- 16/04/2026
- Wirtschaft und Marketing
Die Daten zum Möbel‑Export für den Monat Januar 2026, erarbeitet vom Centro Studi di FederlegnoArredo, auf Basis von Istat, zeichnen ein komplexes Bild für die Branche Holz‑Möbel und zeigen eine Phase starker Abschwächung, eine verbreitete Schwäche der internationalen Nachfrage, wobei einige Regionen jedoch größere Resilienz aufweisen.
Was hingegen die Industrieproduktion der Fertigung betrifft, so verzeichnet sie im Februar +0,9% und für das Zweimonatszeitraum -0,5%, im Einklang mit der des Möbels, die im Wesentlichen stagniert (-0,5% im Februar und -0,6% kumuliert im Zweimonatszeitraum).
Negatives Ergebnis beim Export im Januar 2026
Im Januar sinken die italienischen Möbelexporte in die Welt, die etwa 700 Millionen Euro betragen, um 13,1%, mit einem weit verbreiteten Rückgang sowohl in den europäischen Märkten (-9%) als auch in den Nicht‑EU‑Märkten (-17,4%). Besonders deutlich ist der Rückgang gegenüber den Vereinigten Staaten mit -28,5%, Frankreich -6,1%; Deutschland -18,4%, Spanien -15,3%, Niederlande -3,4%, Vereinigtes Königreich -6,7% und China -46,6%. Die Opec‑Länder verzeichnen -2,5%. Nur zwei positive Vorzeichen, jene von Österreich (+12,2%) und Tschechien (+11,4%), deren Volumina jedoch noch zu klein sind, um im Gesamtszenario entscheidend zu sein.

Die internationale Präsenz der Unternehmen stärken
Die Consuntivi 2025 hatten gezeigt, dass die Lieferkette Holz‑Möbel einen leicht gewachsenen Umsatz (+1,4%) verzeichnete, getragen vom Binnenmarkt in Höhe von 33 Milliarden Euro (+2%) und einem Export, der nahezu stabil blieb (+0,4%).
“Unsere Unternehmen – erklärt der Präsident von FederlegnoArredo, Claudio Feltrin – müssen dieses alles andere als selbstverständliche Ergebnis jetzt verteidigen, obwohl sie sich erneut in einer komplexen und unvorhersehbaren Lage befinden. Erst Covid, dann der Krieg in der Ukraine, die US‑Zölle, der Krieg im Nahen Osten und die hohen Energiepreise.
Die Reaktionsfähigkeit unserer Industrie wurde in den letzten Jahren hart auf die Probe gestellt, aber die Antworten ließen nicht auf sich warten. Jetzt ist es umso notwendiger, die internationale Präsenz der Unternehmen zu stärken und sie mit größerer Entschlossenheit in Diversifizierungsprozessen hin zu neuen Märkten mit hohem Potenzial zu begleiten.”
Es gibt einige Anzeichen für eine Verbesserung des Geschäftsklimas: So verbessert sich beispielsweise der Saldo der Beurteilungen zu den Aufträgen im März 2026, obwohl er weiterhin negativ bleibt, um über 13 Prozentpunkte nach den ersten beiden Monaten des Jahres 2026.

Salone del Mobile.Milano: unverzichtter Termin
Die Wettbewerbsfähigkeit der Lieferkette zeigt sich insbesondere in der Fähigkeit zur Systembildung: Unternehmen und Institutionen müssen gemeinsam handeln, um die internationale Positionierung des Made in Italy zu festigen und es auch gegen zunehmend verbreitete unlautere Konkurrenz zu verteidigen.
Ein zu beobachtender Punkt sind die durch die US‑Zölle ausgelösten globalen Handelsdynamiken. Im Jahr 2025 verzeichnete die Europäische Union einen Anstieg der Importe aus China in der Lieferkette Holz‑Möbel um 1,3%, während die Einkäufe aus anderen Nicht‑EU‑Ländern um -1,6% zurückgingen.
“Vor diesem Hintergrund – so Feltrin – bestätigt sich der Salone del Mobile.Milano als unverzichtbarer Termin für die gesamte Branche: eine konkrete und zugängliche Plattform auch für kleine und mittlere Unternehmen, die hier im direkten Austausch mit den Einkäufern bestmögliche Ergebnisse erzielen können. Der Salone stellt eine greifbare Antwort auf die momentanen Schwierigkeiten dar: ein Ort, an dem Unternehmen ihre Position stärken und neue Gesprächspartner gewinnen können, während sie zugleich die traditionellen Märkte weiter besetzen.”
Australien, ein Markt mit hohem Potenzial
Unter den aufkommenden Chancen hebt FederlegnoArredo Australien hervor, auch angesichts des jüngsten Freihandelsabkommens mit der Europäischen Union. Gemäß diesem Abkommen werden über 99% der Zölle auf europäische Exporte in den australischen Markt abgeschafft, der Zugang zu kritischen Rohstoffen verbessert und die strategischen Bindungen an die indo‑pazifische Region gestärkt.
Trotz der italienischen Exporte nach Australien, die mit rund 180 Millionen Euro gering bleiben, zeichnen sich große Wachstumschancen ab: Das Land verfügt über ein hohes Potenzial und weist auch ein hohes durchschnittliches Vermögensniveau auf, was auf eine breite Mittelschicht mit signifikanter Kaufkraft hindeutet. Es belegt global den 5. Platz beim durchschnittlichen Vermögen pro Erwachsenen und den 2. Platz beim medianen Vermögen, nur hinter Luxemburg (Quelle: Global Wealth Report 2025 von UBS). Australien, mit 1.904.000 Millionären, hat einen sehr hohen Anteil Wohlhabender im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung (etwa 7%). All diese Daten deuten auf weit verbreiteten Wohlstand und eine weniger polarisierte Vermögensverteilung im Vergleich zu anderen fortgeschrittenen Volkswirtschaften hin. Schließlich verstärken die Wachstumsprognosen das Interesse an diesem Markt weiter: Ozeanien (in dem Australien das wichtigste Land ist) gehört zu den Regionen, für die für den nächsten Fünfjahreszeitraum ein anhaltendes Wachstum des durchschnittlichen Vermögens pro Erwachsenen erwartet wird, wenn auch mit geringeren Raten als in den Vereinigten Staaten und China.
