- 07/01/2026
- Wirtschaft und Marketing
Der internationale Möbelhandel befindet sich in einem Zustand beispielloser Unsicherheit. Die Hauptursache dieser Unsicherheit ist die Unvorhersehbarkeit der Handelspolitiken und der Zollmaßnahmen, also der Zölle, die voraussichtlich anhalten werden. Dies geht klar aus dem Bericht World Furniture Outlook 2026 hervor, der von CSIL, dem Centro Studi Industria Leggera, herausgegeben wird und einen Überblick über den Zustand und die Perspektiven des weltweiten Möbelsektors bietet.
Die Auswirkungen der Zölle im Jahr 2026
Die vorläufigen Schätzungen von CSIL für 2025 zeigen gegenüber dem Vorjahr ein nur sehr geringes Wachstum des weltweiten Möbelhandels, gemessen in laufenden US-Dollar. Darüber hinaus betont der Bericht, dass die Auswirkungen der im Oktober eingeführten Zölle erst 2026 deutlich werden und die Erholungsprognosen nach hinten verschieben werden. Den Analysten von CSIL zufolge werden die zukünftigen Aussichten daher durch die Unsicherheit der Handelspolitiken negativ beeinflusst, welche ohne klare und dauerhafte Abkommen zwischen den Handelspartnern hoch bleibt.

Europäische Länder zählen zu den leistungsstärksten
Das Handelsbild bleibt unverändert: Das führende Exportland von Möbeln ist China, gefolgt in großem Abstand von Vietnam, Polen, Italien und Deutschland.
Nach einem starken Anstieg im Jahr 2021 gingen die Exporte Chinas 2022 und 2023 deutlich zurück, mit einer teilweisen Erholung 2024, die jedoch durch den starken Rückgang im Jahr 2025 aufgehoben wurde, wodurch die Möbelexporte wieder annähernd das Niveau von 2023 erreichten.
Auf der anderen Seite sind die wichtigsten Importeure von Möbeln die Vereinigten Staaten, Deutschland, das Vereinigte Königreich, Frankreich und die Niederlande. Die Importe von Möbeln in die Vereinigten Staaten beliefen sich 2024 auf 41 Milliarden Dollar und machten damit etwa ein Viertel der globalen Importe aus. 2025 führten das Inkrafttreten der Zölle und vor allem das verbreitete Klima der Unsicherheit zu einer Verringerung der Importe. Nach vorläufigen Schätzungen scheinen die europäischen Länder am leistungsstärksten zu sein, wobei die Daten in laufenden US-Dollar ausgewiesen sind und von Wechselkursschwankungen zwischen Euro und US-Dollar beeinflusst werden.
Laut dem Bericht CSIL World Furniture Outlook 2026 wird die internationale Lage wie folgt sein:

Ein neues Messinstrument
Um die Lage besser zu verstehen, hat CSIL mit dieser Ausgabe des Berichts World Furniture Outlook erstmals ein neues Messinstrument eingeführt: einen Vulnerabilitätsindikator, den Country Vulnerability Index/Furniture Export (FEXVI). Der FEXVI ist ein zusammengesetzter Indikator, der die externe Verwundbarkeit der Möbelindustrie eines Landes bewertet und die Anfälligkeit für externe Schocks quantifiziert, indem er Handelsabhängigkeiten und Wettbewerbspositionen analysiert. Hohe Werte, bis zu 100 %, weisen auf ein hohes Risiko externer Verwundbarkeit hin, während niedrige Werte, bis zu 0 %, auf eine geringere Verwundbarkeit hindeuten. Derzeit haben Länder mit dem höchsten FEXVI auch einen hohen Anteil ihrer Exporte in die Vereinigten Staaten.
Prognosen für 2026
Was die Prognosen für 2026 betrifft, die sehr schwer zu fassen sind, so ist das CSIL-Bericht der Ansicht, dass das weltweite BIP-Wachstum leicht zurückgehen wird, von einer Schätzung von 3,2 % im Jahr 2025 auf 3,1 % im Jahr 2026, sich aber 2027 wieder auf 3,2 % erholen sollte.
Die Weltwirtschaft passt sich an ein Umfeld an, das durch neue wirtschaftspolitische Maßnahmen neu definiert wird. Einige übermäßige Zollerhöhungen wurden durch nachfolgende Abkommen und Anpassungen gemildert, dennoch bleibt das Gesamtumfeld volatil. Die Risiken sind tendenziell nach unten gerichtet. Anhaltende Unsicherheit, verstärkter Protektionismus und Schocks im Arbeitsangebot könnten das Wachstum dämpfen. Fiskalische Verwundbarkeiten, mögliche Korrekturen an den Finanzmärkten und die Erosion von Institutionen könnten die Stabilität gefährden.
Die anhaltende Unsicherheit wirkt sich weiterhin negativ auf das wirtschaftliche Klima im Einrichtungssektor aus, insbesondere auf Investitionsentscheidungen der Unternehmer und das Ausgabeverhalten der Haushalte. Daher wird nach einem schwierigen 2024 und 2025 erwartet, dass der Möbelkonsum 2026 weltweit um etwa 1 % zunehmen wird.
